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Mit dem Boot in den Pota-Park (DE-0091)

Wie gut Segelboot und Amateurfunk zusammenpassen, war mir vor dem Wochenende nicht so klar. Mein Schwager hatte uns, eine Gruppe von Funkamateuren und weiteren Nerds, auf eine Wochenend-Ausfahrt durch die Uckermärkischen Seen eingeladen. Ein Glück für uns, denn so kamen wir mitten in den Pota-Park DE-0091.

Ein Kanal, blauer Himmel, im Hintergrund sind Häuser und Boote zu sehen, im Vordergrund die Flagge des Landes Berlin am Boot angebracht

Ausgangspunkt war der Alte Hafen in Mildenberg. Hier, auf dem Gelände des Ziegeleiparks, fand bereits dreimal das Chaos Communication Camp statt. Ein idealer Startpunkt also für so eine Nerd-Ausfahrt.

Die Landschaft hier im Süden des Naturparks ist geprägt von der Industrialisierung um die vorletzte Jahrhundertwende. Zahlreiche Stichseen, alte Schornsteine zwischen den Feldern und verwaiste Eisenbahntrassen zeugen vom einst größten Ziegeleirevier Europas. Hier wurden die Ziegel gebrannt, aus denen die wachsende Industriemetropole Groß-Berlin gebaut ist.

Nach Verlassen des Hafens tuckern wir mit dem Plattbodenschiff auf einem Kanal Richtung Norden. Jetzt wird schonmal eine Loop-Antenne aufgebaut und QSOs über FT8 gemacht. Wenige Kilometer weiter beginnt die uckermärkische Seenlandschaft, die während der Eiszeit entstanden ist. Das abschmelzende Eis hinterließ hunderte kleinere und größere Seen - ein kleines Paradies für Kanuten, Segelfreunde und Angler*innen.

Ich sitze derweil unter Deck und bastele an meiner Draussenfunker-EFHW. Ganz fertig werde ich an diesem Wochenende nicht, aber ich bin ein gutes Stück vorangekommen.

Im Großen Lankensee gehen wir vor Anker und stellen den Mast auf. Am Mast wird ein EFHW als Inverted Vee über das Boot gespannt. Die Aktivierung des Parks klappt problemlos, am Wochenende und bei guten Bedingungen sind die Bänder belebt, es gelingen QSOs mit europäischen und amerikanischen Stationen, auf FT8 werden wir sogar in Japan gehört.

schwarzer Laptop, Funkgerät, Akkupack auf Deck eines Bootes

Auch zum ca 20km entfernten Relais DB0LY gelingt die Verbindung per FM Handfunke. Hierüber kommt ein QSO zustande, viel ist auf den Relais wohl nicht los. Um pünktlich 18 Uhr wird dann der Berlin-Brandenburg Rundspruch ausgesendet… Bei Mondschein, Wein und der herrlichen Ruhe der Seenlandschaft klingt der Abend aus.

Am nächsten Morgen werden schon die ersten QSOs gemacht, während ich noch meinen Aufwachkaffee trinke. Später setze ich mich dazu und baue auch noch ein paar Verbindungen auf, bevor der Mast wieder gelegt und die Antenne abgebaut wird. Über Wasserwege und Seen geht es zurück nach Mildenberg. Gutes Wetter, eine sehr angenehme Crew, ein Segelboot, Amateurfunk und Natur - ein perfektes Rezept für ein entspanntes Nerd-Wochenende im September.